Im Folgenden wird beschrieben, wie man sich auf seinem Mac OS X System einen lokalen IMAP-Server einrichten kann und darauf ein Backup eines anderen IMAP-Accounts anlegen kann.
Installation und Einrichtung IMAP-Server Dovecot
Ein Terminalfenster öffnen und folgendes eingeben:
sudo port install dovecot
Das Passwort für den Administrator-Account eingeben (falls kein gesonderter Administrator-Account angelegt wurde, dürfte es das Passwort des eigenen Benutzers sein) und bestätigen.
MacPorts fängt nun an, verschiedene Dateien aus dem Netz nachzuladen. Dies kann einige Minuten in Anspruch nehmen.
Nachdem die Installation abgeschlossen ist, sollte das Terminalfenster in etwa so aussehen:
Standardmässig wird keine Default-Konfiguration für Dovecot angelegt, es werden allerdings Beispiel-Konfigurationsdateien mitgeliefert. Eine dieser Beispiel-Konfigurationsdateien nutzen wir als Ausgangspunkt und kopieren sie um mit folgendem Befehl:
sudo cp /opt/local/etc/dovecot/dovecot-example.conf /opt/local/etc/dovecot/dovecot.conf
Damit ist nun eine Konfigurationsdatei für den IMAP-Server Dovecot angelegt. Allerdings muss hier noch ein klein wenig Hand angelegt werden. Zuerst legen wir aber eine Datei mit den Logindaten für einen IMAP-User an. Da bei diesem Beispiel davon ausgegangen wird, dass der IMAP-Server lokal, auf einer Single-User-Maschine laufen gelassen wird, nutzen wir die einfachste Variante mit einer Datei, in der das Passwort im Klartext abgelegt wird. Der Benutzername entspricht hierbei dem angemeldeten User (hier jochenmai):
echo “$USER:{PLAIN}geheim1234″ > passwd.dovecot
sudo mv passwd.dovecot /etc
Nun muss die eigentliche Konfigurationsdatei von Dovecot zum Editieren geöffnet werden:
sudo /Applications/TextEdit.app/Contents/MacOS/TextEdit /opt/local/etc/dovecot/dovecot.conf
Dort kann man nun die folgenden Zeilen einfügen und hat damit eine Grundkonfiguration, die man benutzen kann:
## Dovecot configuration file
base_dir = /var/run/dovecot/
protocols = imap imaps
listen = *
disable_plaintext_auth = no
ssl_disable = yes
mail_location = mbox:~/mail:INBOX=/var/mail/%u
mail_privileged_group = mail
auth default {
mechanisms = plain
passdb passwd-file {
args = /etc/passwd.dovecot
}
userdb passwd {
}
user = root
}
Die Datei im Texteditor speichern und anschliessend in einem Terminalfenster folgenden Befehl ausführen:
sudo dovecot &
Der IMAP-Server wird nun gestartet. Es kann sein, dass eine Warnmeldung, wie im folgenden Screenshot zu sehen, ausgegeben wird. Die wird aber hier einfach ignoriert.
Zum Testen des IMAP-Servers im Terminalfenster folgenden Befehl ausführen:
telnet 127.0.0.1 143
Kommt folgende Ausgabe, nimmt der IMAP-Server Verbindungen an.
Man kann im Mailclient seines Vertrauens (er muss IMAP unterstützen) ein Konto für diesen lokalen IMAP-Server aufsetzen, um den Zugriff und die Authentifizierung zu testen. Folgende Verbindungsdaten sind dabei einzutragen:
Server: 127.0.0.1
Port: 143
User: Der Benutzername, unter dem der Benutzer auf seinem lokalen System arbeitet, hier jochenmai.
Passwort: Das Passwort, welches in der Datei passwd.dovecot abgelegt wurde, hier geheim1234.
Damit sollte eine Verbindung zum IMAP-Server aufgebaut werden können.
Nun folgt der nächste Schritt, das eigentliche Backup der Mails.
Backup der Mails auf den lokalen IMAP-Server Dovecot
Zuerst muss das Paket imapsync mittels MacPorts installiert werden. In ein Terminalfenster wechseln und folgenden Befehl ausführen lassen. Dies kann wieder einige Minuten in Anspruch nehmen:
sudo port install imapsync
Nach erfolgreicher Installation sieht das Terminalfenster wie folgt aus:
Ein imapsync –help liefert einem die Ausgabe der Hilfe auf das Terminalfenster.
Die Parameter, die angegeben werden müssen, existieren, bis auf eine Ausnahme, jeweils für zwei Konten.
Ein wichtiger Parameter für die Testphase ist –dry. Hiermit wird imapsync in einen Simulationsmodus geschaltet. In diesem Modus führt imapsync keinerlei Änderungen auf den Servern durch, es zeigt nur auf, was es tun würde. Dies kann man nutzen, um einen Durchlauf erstmal im “trockenen” testen zu können.
Bei der Angabe der Verbindung- und Kontodaten wird es keine Probleme geben, allerdings wird man für beide Server die Authentifizierungsmechanismen manuell austesten müssen. Der passende Parameter für die beiden Konten lautet –authmech1 und –authmech2. Mögliche Werte für diese Parameter sind PLAIN, LOGIN und CRAM-MD5. imapsync liefert hier die entsprechenden Fehlermeldungen der IMAP-Server der Accounts zurück, so dass man anhand dessen die Parameterwerte ausprobieren kann.
Nachfolgend ein möglicher Testaufruf (–dry ist mit als Parameter aufgeführt), das Quellkonto wäre hier ein Googlemail-Account, das Zielkonto die lokale Dovecot-Installation aus der Anleitung oben. Bei Googlemail erfolgt der Zugriff mittels SSL, daher für das erste Konto noch der Parameter –ssl1. Wäre das zweite Konto über SSL zu erreichen, so müsste –ssl2 angegeben werden.
imapsync –dry –host1 imap.gmail.com –port1 993 –user1 benutzername@googlemail.com –password1 geheimespasswort –authmech1 LOGIN –ssl1 –host2 127.0.0.1 –port2 143 –user2 jochenmai –password2 geheim1234 –authmech2 PLAIN
Mit diesem Aufruf fängt imapsync an, sich gegen beide Server anzumelden und die vorhanden Verzeichnisse zu analysieren. Sind alle Verzeichnisse analysiert, wird der Abgleich durchgeführt (hier aber nur als Textausgabe, die eigentliche Kopieraktion zwischen beiden Konten wird aufgrund von –dry nicht ausgeführt).
Sehen die Log-Ausgaben soweit gut aus, kann man den Aufruf ohne –dry starten und die Mailnachrichten von Account 1 zu Account 2 kopieren lassen.
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